fbpx

Bäckerei, Konditorei Café Kienzl
Schwarzviertlerstraße 33
A-9470 St.Paul

Die Geschichte des Kipferls

Weihnachtszeit ohne Plätzchenduft wäre vermutlich wie ein Weihnachtsbaum ohne Schmuck. Durchströmt der Duft von Keksen die Backstube, wissen wir, dass Weihnachten naht. Zu den beliebtesten Backwaren gehören in Österreich unumstritten die Kipferl.

Sie kommen zwar immer in der gleichen Form als kleine Halbmonde daher, können sich aber in Geschmack und Größe erheblich unterscheiden. Wer liebt zu Weihnachten nicht die klassischen Vanillekipferl und die zahlreichen Abwandlungen? Briochekipferl lassen uns in Kindheitserinnerungen schwelgen und Schinkenkipferl oder Nusskipferl gibt’s als Fingerfood auf Empfängen oder zur Nachmittagsjause. Und auch das Croissant ist im weitesten Sinne ein Kipferl.

Burgenländerkipferl sind österreichische Weihnachtskekse gemacht aus kaltem Germteig und einer Fülle aus Eiweiß und Nüssen. Sie werden vor allem im Osten Österreichs, gerne als Hochzeitsbäckerei serviert. Das gebogene Hörnchen ist zusammen mit der Brezel das Symbol für die Bäcker.

Doch niemand kann sagen, wer es erfunden hat; allerdings sind die Geschichten und Vermutungen dazu zahlreich. Die Herkunft des süßen Gebäcks ist umstrittener als ihre Beliebtheit. Beginnen wir beim Namen: Die Bezeichnung „Kipferl” findet vor allem in Bayern und in Österreich für diese Gebäckform Verwendung. In Teilen Südwestdeutschlands wird diese Form Gipfel und im restlichen Deutschland Hörnchen genannt. Und egal wer gefragt wird, jeder kennt das leckere Gebäck. Sollten Sie sich im Lavanttal befinden, so ist die Bäckerei Kienzl die erste Anlaufstelle, um Kipferl in allen Variationen zu genießen!

Kipferl als Triumph über den Feind?

Wiener Bäcker erheben den Anspruch das süße Gebäck erfunden zu haben. Nicht in der Form, wie es heute bekannt ist, aus Mürbeteig und mit Vanille, aber der Weg dorthin lässt sich nachvollziehen. Im Jahre 1529 wurde Wien zum ersten Mal von den Türken belagert. Die Zweite Belagerung war im Jahr 1679 bis zur Befreiung 1683.

Erzählungen zu Folge sollen vor lauter Freude über die Befreiung der Stadt von der Belagerung der Türken und vermutlich auch, um ihren Kriegsgegner zu verhöhnen, die Wiener Bäcker ein Gebäck erfunden haben, das an den Halbmond auf der türkischen Flagge erinnern soll. In Österreich war es der Bäckermeister Peter Wendler, dem diese Geschichte nachgesagt wird. Auch Ungarn wartet mit einer ähnliche Geschichte auf, dort ist nicht die Stadt Wien der Ort des Geschehens, sondern die Ungarische Hauptstadt Budapest. Das Gebäck war zu diesem Zeitpunkt ein Hefehörnchen. Und auch das kennt vermutlich jeder. Es erinnerte mehr an ein französisches Gebäck, das aus einem getourten Hefeteig hergestellt wird. Doch die Form ist bis heute geblieben. Vermutlich wollte ein Wiener Bäcker die Form in Ehren halten und probierte das Triumphzeichen aus einem anderen Teig nachzubacken. Er landete beim Mürbeteig, der sich gut formen lässt.

Der Siegeszug des Vanillekipferls

Vanille landet erst wesentlich später in dem Teig. Dem Chemiker Wilhelm Haarmann gelang in Zusammenarbeit mit Ferdinand Tiemann in der Stadt Holzminden die Herstellung des Vanillins. Da dieses wesentlich günstiger war als die echte Vanilleschote, konnte sich das Vanillekipferln auf seinem Siegeszug in Europa verbreiten. In einem Kochbuch von 1911 gibt es das vielleicht älteste Rezept, damals ohne Ei. Das Gebäckstück in Form eines Halbmondes wird allerdings bereits in einer Urkunde aus dem 12. Jahrhundert erwähnt. Außerdem ist das Plätzchen im frühen 17. Jahrhundert namentlich in Bezug mit einer Mödlinger Bäckerei erwähnt. Angeblich war bereits lange vor der Erfindung des Bäckers Peter Wendler das heutige Weihnachtsplätzchen als heidnisches Brauchtumsgebäck bekannt. Abergläubische Donauschiffer warfen die gebogenen Hörnchen ins Wasser, um die Gunst der Wassergeister zu erlangen, die sich durch die Süßigkeiten besänftigen ließen.

Geschichtlich ist nicht belegt, dass die österreichische Plätzchen Vorbild für das französische Croissant waren. Doch es ranken sich Gerüchte, dass angeblich die Frau von Ludwig XVI., Marie Antoinette, eine Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia, die halbmondförmigen Leckereien nach Frankreich brachte. Diese wurden damals allerdings aus Brioche gebacken.

Nusskipferl, Briochekipferl – die Varianten sind vielfältig

Erst Ende des 19. Jahrhunderts kam in Frankreich das heutige Croissant aus Plunderteig auf. Immer wieder werden in den alten Rezepten die Gewichtseinheit Deka angegeben, eine aus Österreich stammende Angabe. Es gibt einige Geschichten über die Erfindung der Vanillekipferl, doch diese eine Spur führt immer wieder nach Österreich Bundeshauptstadt. Da bekanntlich viele leckere Süßspeisen aus Wien stammen, erscheint es durchaus wahrscheinlich.
Vanillekipferl gibt es in zahllosen Variationen, nicht nur mit Walnüssen oder Haselnüssen statt Mandeln, auch mit Matchatee und sonstigen Zutaten. Aber ganz gleich, ob mit oder ohne Ei gebacken, sie sind aus keiner Weihnachtsbäckerei wegzudenken.

Die besten Kipferl finden Sie im Lavanttal – kommen Sie uns doch in St. Paul besuchen und probieren die köstlichen Kipferl unserer Bäckerei.

Öffnungszeiten Bäckerei Kienzl

Montag bis Sonntag

von 6:00 bis 18:00 Uhr

Neuigkeiten per Mail erhalten: